Zeitung / Volksblatt WÜ 19.01.2005 19:49:00
 
Steine erinnern an Naziopfer
 
 
 
Würzburg (Rdf) Auch in Würzburg sollen künftig so genannte Stolpersteine an Naziopfer erinnern. Ein entsprechender interfraktioneller Antrag ging jetzt an OB Dr. Pia Beckmann. Unterschrieben ist er von Vertretern der Stadtratsfraktionen von CSU, SPD, Grünen, Bürgerforum, FWG und FDP sowie von Altoberbürgermeister Jürgen Weber. Am 27. November 1941 wurden die ersten Würzburger Juden in die Todeslager im Osten deportiert. In einem Schweigemarsch wurde auch in diesem Jahr an dieses Ereignis und an das grausame Schicksal aller unterfränkischen Juden, Sinti und Roma, das mit diesem Datum begann, erinnert, heißt es in dem Antrag. Einen tiefen, permanent wirksamen Anstoß zur Erinnerung stelle die Aktion "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig dar, der damit individuelle Schicksale ins Gedächtnis rufen will. Auf der Kopfseite eines Zehn-Zentimeter-Würfels ist eine Messingplatte fixiert, in die der Name eines Opfers des Nationalsozialismus eingraviert ist, verbunden mit einer Kurzmitteilung. Diese Steine werden einzeln oder im Verbund auf Bürgersteigen vor Hauseingängen eingelassen. Das Vergessen werde "ins Stolpern gebracht, die Steine erinnern uns im alltäglichen Lebens- und Wohnumfeld an Menschen, die hier gelebt haben", schreiben die Antragsteller. Der Stadtrat soll jetzt die Genehmigung für das Projekt "Stolpersteine" erteilen. Finanziert werden soll das Projekt über Patenschaften.