Zeitung / WÜRZBURG 18.12.2009 00:00:00
 
Ehrungen für bürgerschaftliches Engagement
 
Bei der feierlichen Jahresschlusssitzung des Stadtrats ist es Tradition, dass die Stadt verdiente Bürgerinnen und Bürger oder Organisationen ehrt. In diesem Jahr standen gleich fünf Ehrungen auf dem Programm
 
Über eine der höchsten Auszeichnungen, die die Stadt zu vergeben hat, durfte sich der ehemalige Würzburger SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Walter Kolbow, freuen. Er wurde mit dem Ehrenring der Stadt ausgezeichnet. Während seiner 29 Jahre im Bundestag habe sich Kolbow beharrlich für Würzburg und die hier lebenden Menschen eingesetzt, würdigte OB Georg Rosenthal seinen Parteifreund. Er habe sich immer Mühe gegeben, das Ansehen Würzburgs im In- und Ausland zu mehren, bedankte sich der Geehrte. Schmunzelnd fügt er hinzu, dass er mit dieser Ehrung mit seinem CSU-Kollegen Ex-Bundespostminister Wolfgang Bötsch gleichgezogen habe.

Für ihre herausragenden ehrenamtlichen Verdienste um die deutsch-japanischen Beziehungen wurden Waltraud und Wolfgang Klein-Langner mit der Silbernen Stadtplakette ausgezeichnet. Klein-Langner ist Vorsitzender der Siebold-Gesellschaft, die das Siebold-Museum in der Zellerau betreibt. Außerdem pflegt sie die seit 1979 betsehende Städtepartnerschaft zu Otsu in Japan. Er habe in Würzburg viele Höhen und Tiefen erlebt, sagte Klein-Langner sichtlich gerührt. Dafür sie die Ehrung doch ein "schönes Trostpflaster". Seine Frau und er wollten ihr Engagement fortsetzen, "wenn auch vielleicht in anderer Form", kündigte Klein-Langner an.

Eine weitere Silberne Stadtplakette ging an den früheren Unipräsidenten Prof. Axel Haase. Er habe sich während seiner Amtszeit von 2003 bis 2009 große Verdienste um den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Würzburg erworben, sagte OB Rosenthal. Außerdem sei Haase ein wesentlicher Motor der Uni-Erweiterung auf dem Leighton-Areal gewesen. Haase sagte in seinen Dankesworten, er habe zeigen wollen, dass man als Wissenschaftler auch grenzüberschreitend in die Gesellschaft hineinwirken könne. Umso schöner sei dies, wenn es auch honoriert werde.

Die Behr-Medaille, die für außergewöhnliche bürgerschaftliche Mitarbeit oder für die Demokratie in Würzburg vergeben wird, erhielt der Arbeitskreis Würzburger Stolpersteine, der durch die Verlegung von bisher 239 Stolpersteinen die Erinnerung an die Opfer der NS-Herrschaft wach halte. Stadträtin Benita Stolz dankte allen Unterstützern für ihre Mithilfe und gab bekannt, dass am 26. Januar die zehnte Stolperstein-Verlegung durchgeführt wird.

Nachdem sie bereits die Goldene Stadtplakette und die Kulturmedaille erhalten hatten, wurden Theresia und Georg Götz am Donnerstag mit der Partnerschaftsmedaille geehrt. Georg Götz, 1968 einer der Mitbegründer des Main-Franken-Kreises, engagiert sich wie kaum ein Zweiter für die Beziehungen zur normannischen Partnerstadt Caen. Die Tanz- und Musikgruppen des MFK waren auch schon in vielen anderen Partnerstädten zu Gast.