Mina Ruschkewitz

 
geboren am 05.12.1881 in Mainz
Straße  Schönbornstraße 3
Stadtteil Altstadt
Todesdatum07.11.1940
TodesortFlüchtlingsschiff vor Heraklion, Kreta
   
geb. Metzger, emigriert und auf dem Flüchtlingsschiff nach Palästina an Typhus gestorben
Schönbornstraße 3 (Kaufhof)
   
Mina Ruschkewitz war die zweite Ehefrau des Warenhausbesitzers Siegmund Ruschkewitz. Sie hatte den zehn Jahre älteren Witwer mit seinen drei kleinen Söhnen 1905 geheiratet. Ein vierter Sohn wurde geboren. Sobald die Kinder es erlaubten, arbeitete Mina Ruschkewitz im Geschäft ihres Mannes mit. Bei Kunden und Angestellten war sie sehr beliebt. Mit offenen Armen empfing sie allmorgendlich bei Ladenöffnung ihre Kunden. Nachdem ihr Mann das Kaufhaus aufgrund massiver wirtschaftlicher Verfolgungsmaßnahmen deutlich unter Wert an Josef Neckermann verkauft hatte, zog sie mit ihm im Februar 1936 nach Berlin. Das Ehepaar erreichte schließlich ein Flüchtlingsschiff nach Palästina. Mina Ruschkewitz pflegte dort aufopfernd ihren siebzigjährigen kranken und depressiven Mann, während das völlig überfüllte Schiff vor Heraklion auf Kreta lange Zeit vor Anker lag. Wenige Wochen nach dem Tod ihres Mannes an Typhus erlag auch Mina Ruschkewitz am 07.11.1940 dieser Krankheit. Das Ehepaar liegt auf dem jüdischen Friedhof von Heraklion begraben.
   
Quelle Rainer Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 495
Roland Flade, "Ruschkewitz - eine Würzburger Familie", Vortrag vom 12.11.2003, Universität Würzburg
Roland Flade, Ruschkewitz - eine Würzburger Familie, www.youtube.com (29.5.2011)
Roland Flade, Die Würzburger Juden, 2. Aufl. Würzburg 1996, S. 369f.
Autorin / Autor Marianne Erben
Paten