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Julius Süßer

 
geboren am 28.02.1888 in Würzburg
Straße  Ludwigstraße 10 1/3
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum12.10.1944
TodesortAuschwitz
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt und im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert, am 12.10.1944 dort ermordet
   
Julius Süßer wurde 1888 nach seiner Schwester Nelly (1882-1941) als Sohn des Kaufmanns Siegmund Süßer (1856-1934) aus Laudenbach und seiner Frau Ida, geb. Weiermann aus Burgkunstadt in Würzburg geboren. Seine Schwester heiratete den aus Würzburg stammenden Juristen Wilhelm Masser und lebte in München. Nach dem Besuch von jeweils 4 Jahren Volks- und Realschule machte er eine Lehre in Frankfurt/M. bei der Firma Fränkel&Süsser und arbeitete dann bis zum Kriegsbeginn in einer Schuhfabrik in Burgkunstadt, die vermutlich vom Bruder seiner Mutter gegründet worden war. Von 1909-1911 leistete er zwei Jahre Militärzeit in Metz ab. Am Ersten Weltkrieg nahm er ab 1914 teil, wurde verwundet und erhielt einige Auszeichnungen, darunter auch das EK II.

Nach Kriegsende gründete er eine Schuhgroßhandlung in Würzburg, die ihren Sitz an seinem Wohnort in der Ludwigstraße hatte, wo auch die Eltern lebten, später am Marktplatz 9. 1930 gab er die Firma auf und arbeitete danach als Versicherungs- und Immobilienagent. Julius Süßer war politisch in der Deutschen Demokratischen Partei aktiv, aber auch im Jüdischen Kulturbund.

Im Rahmen des Novemberpogroms wurde er 1938 verhaftet und in das KZ Buchenwald eingeliefert. Nach der Entlassung am 6. Dezember wohnte er zunächst in der Weingartenstraße 26, später in der Hindenburgstraße 34. Er musste in Würzburg Zwangsarbeit verrichten, bis er ab November 1941 als Hausmeister im Jüdischen Altersheim in der Dürerstraße tätig war. Für eine Auswanderung fehlte ihm ein Bürge.

Zusammen mit seiner Mutter wurde er von der Dürerstraße 20 aus am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Von dort verschleppte man ihn Anfang Oktober 1944 nach Auschwitz und ermordete ihn am 12. Oktober 1944. Seine Mutter war im März 1943 in Theresienstadt und seine Schwester Nelly im November 1941 in Kowno (Kauen) ermordet worden.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 15840;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 628 f.;


Foto: Gestapoakte.
Autorin / Autor gg, Ingrid Sontag
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