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Berta Gross, geb. Ottensoser

   
geboren am 25.04.1893 in Burgreppach/Ufr
Straße  Ziegelaustraße 7
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortRaum Lublin
   
am 25.04.1942 nach Krasnystaw deportiert und im Raum Lublin ermordet
   
Berta (Bertha) Ottensoser stammte aus Burgpreppach in den Haßbergen und war die Tochter des Lehrers Naftali Ottensoser (1852-1916) und seiner Frau Sarah, geb. Maas, (1853-1930) - einer Lehrerstochter, die in Reichmannsdorf zur Welt kam. Berta war als Jüngste unter zahlreichen Geschwistern aufgewachsen: Lina, verh. Leib (1882-1941/42), Samuel (1883-1927), Adelheid, verh. Zielinski (Jg.1884), Ida (1885-1932), Paula, verh. Stern (Jg.1886), Adolph (1888-1851), Julie, verh. Pauly (Jg.1890), Rosa, verh. Schnellbacher (1891-1983). Die Töchter der Familie erhielten eine gute Berufsausbildung, waren beruflich aktiv als Haushälterin, Schneiderin, Modistin, Buchhalterin oder Lehrerin und heirateten, wenn überhaupt, dann spät.
Berta, arbeitete zeitweise als Hausdame, und kam 1916 aus Mainz nach Würzburg, wo sie längere Zeit bei der Mutter in der Schönthalstraße 4 und später in der Kapuzinerstraße 21 wohnte. 1937/38 führte sie am Pleicherring 2 (Röntgenring) eine Pension für auswärtige jüdische Schüler und Lehrlinge in Würzburg.
Das Datum der Eheschließung mit Julius Gross ist nicht bekannt. Es muss 1938/39 nach dem Tod von dessen erster Frau am 22. Februar 1937 gewesen sein. Die beiden Stiefsöhne, Walter und Rudolf waren zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr in Würzburg. Berta und ihr Ehemann verloren die berufliche Existenz, wohnten dann 1939 am Röntgenring 5 und wurden bald darauf 1940 in sog. Judenhäuser in der Rottendorferstraße 36, später in der Bibrastraße 17 einquartiert.
Berta Gross wurde zusammen mit ihrem Mann am 25. April 1942 nach Krasnystaw deportiert und vermutlich bald darauf im Raum Lublin ermordet.
Zu dieser Zeit war der Stiefsohn Walter schon im KZ ums Leben gekommen, der jüngere Rudolf in den USA in Sicherheit.
Von Bertas Geschwistern wurde Lina bei Riga ermordet, Adolph, Rosa, Julie und Adelheid konnten emigrieren. Samuel und Ida waren vor der NS-Zeit gestorben. Über Paulas Schicksal ist nichts bekannt.

Biographie erstellt März 2009, überarbeitet Februar 2018
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 207, 435;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de879243 (7.1.2017);
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1916-1941, Grundliste Ziegelaustraße 7, Einwohnermeldebogen für Berta, Ida, Julie, Zerlina, Paula Ottensoser, Julius Gross;
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Würzburg - Krasniczyn, Abfahrtsdatum: 25.04.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT420425-Wuerzburg44.jpg (07.01.2017);
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu BertA Gross und ihre Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/, (28.12.2017);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
The 1939 German "Minority Census" Database, https://www.census.tracingthepast.org (28.12.2017).
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten
   
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