Kleemann, Max

geboren am 18.12.1887 in Werneck

   

Straße

St.-Benedikt-Straße 4

Stadtteil

Frauenland

Deportationsdatum

27.11.1941

Todesdatum

26.03.1942

Todesort

bei Riga

 

 

deportiert am 27.11.1941 nach Riga, ermordet am 26.3.1942 bei Riga,
St.-Benedikt-Straße 4

 

 

Max Kleemann besuchte zunächst die Volksschule in Werneck, ab 1902 dann die Realschule (Institut Adam) in Würzburg. 1911 übernahm er zusammen mit seinem Bruder Gustav die 1905 gegründete väterliche Pferde- und Futtermittelhandlung. Kleemann war Mitglied im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten und engagierte sich im jüdischen Turn- und Sportverein, in der Gesellschaft Casino und im jüdischen Schulverein. Bei einem Autounfall 1931 erlitt er eine schwere Rückenmarksverletzung und war zuletzt fast vollständig gelähmt. Als Kriegsteilnehmer (1914-1918) wurde er mehrfach ausgezeichnet und erhielt noch am 20.02.1935 das Ehrenkreuz für Frontteilnehmer. Trotz intensiver Bemühungen scheiterte die Auswanderung. Zusammen mit seiner Tochter Lore wurde Max Kleemann am 27.11.1941 nach Riga und von dort aus ins Lager Jungfernhof deportiert. Bei der Ankunft im Lager fehlten drei Menschen aus dem Transport. Der Lagerkommandat forderte Max Kleemann auf, Geiseln zu benennen. Kleemann weigerte sich. Diese Haltung imponierte dem Kommandanten so, dass er Max Kleemann zum Lagerältesten ernannte. Am 26.03.1942 sollte Max Kleemann wie der größte Teil der Lagerhäftlinge angeblich in ein Lager mit besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen verlegt werden. In Wirklichkeit wurden er und rund 1.700 Mithäftlinge in einem nahegelegen Waldstück ermordet.

 

 

Quelle

Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, mit einer wissenschaftlichen Einleitung von Herbert A. Strauss, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg, Bd. 4,I-II, Würzburg 1989
Wolfgang Scheffler, Das Schicksal der in die baltischen Staaten deportierten deutschen, österreichischen und tschechoslowakischen Juden 1941 – 1945. Ein historischer Überblick. In: Wolfgang Scheffler und Diana Schulle (Bearb.), Buch der Erinnerung. Die ins Baltikum deportierten deutschen, österreichischen und tschechoslowakischen Juden. München 2003, S. 12
Staatsarchiv Würzburg Gestapo 3943

 

dok

 

 

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