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Sieglinde Winterstein

   
geboren am 11.06.1940 in Würzburg
Straße  Am Pleidenturm 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum00.12.1943
Todesdatum11.04.1944
TodesortAuschwitz
   
Anfang Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet
   
Sieglinde war die Tochter von Karoline Winterstein (Jg. 1917) und Enkelin des Korbmachers und Musikers Adolf Winterstein (1878-1940) und seiner Frau Elisabeth geb. Hofmann (1885-1945), der sich 1915 als erster der Familie in Würzburg niedergelassen hatte.
Sieglinde war die Zweite von drei Kindern. Ihr Vater war ein lediger Schneider aus Schnodsenbach, der ihre Mutter nicht heiraten konnte, weil Ehen zwischen „Deutschblütigen“ und Personen „artfremden Blutes“ verboten waren. Drei Jahre vor ihr war 1937 die Schwester Elisabeth zur Welt gekommen und 1943 der Bruder Rigo.
Die Mutter wurde in der ersten Dezemberwoche 1943 verhaftet und zusammen mit ihr und dem wenige Monate alten Bruder Rigo nach Auschwitz deportiert. Bald darauf kam Ende März 1944 auch ihre Schwester Elisabeth mit der Großmutter dort an. Wegen einer Scharlacherkrankung war die Schwester der ersten Deportation entgangen. Die Kinder hatten bei den katastrophalen Lebensverhältnissen im Lager keinerlei Überlebenschancen. Sieglinde starb im KZ Auschwitz am 11. April 1944. Die Sterbedaten ihrer Geschwister sind nicht bekannt. Mutter Karoline und Großmutter Elisabeth überstanden Auschwitz und wurden von dort noch über Ravensbrück und Mauthausen nach Bergen-Belsen verschleppt. Während die Großmutter dort nach der Befreiung im Mai 1945 vermutlich an Typhus starb, kehrte die Mutter Karoline im Sommer 1945 zu den Überlebenden der Familie nach Würzburg zurück.
Biographie erstellt Januar 2010, überarbeitet Juni 2016
   
Quelle Roland Flade, Dieselben Augen, dieselbe Seele. Theresia Winterstein und die Verfolgung einer Würzburger Familie im "Dritten Reich"(Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg, Bd.14). Würzburg, 2008.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten
   
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