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Jenny Hausmann, geb. Hirschmann

   
geboren am 11.08.1878 in München
Straße  Kapuzinerstraße 21
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortRaum Lublin
   
am 25.4.1942 nach Krasniczyn deportiert und vermutlich bald darauf im Raum Lublin ermordet
   
Jenny Hirschmann wurde 1878 in München geboren. Sie war die dritte Tochter des Metzgers Jakob Hirschmann (1846-1919) aus Steppach bei Augsburg und seiner Ehefrau Sophie geb. Friedlein (1845-1934). Die Familie der Mutter stammte aus Allersheim bei Würzburg. Vor Jenny kamen ihre Schwestern Sabine (1872-1944) und Emma (1877-1942/43) und nach ihr die Brüder Joachim (Jg. 1880) und Sigmund (Jg.1882) in München zur Welt. Wann die Familie nach München zog, ist unbekannt.
Jenny heiratete 1902 in München den Spediteur Hermann Hausmann (1871-1932), der in Hüttenheim geboren wurde und 1896 von Köln nach Würzburg kam, wo er die Speditionsfirma Hausmann &Co in der Heinestraße 9 als Teilhaber führte. Jenny wohnte mit ihm zunächst in der Kaiserstraße 23 und bald darauf ab Dezember 1908 in der Wallgasse 4. Ob das Ehepaar Kinder hatte, ist nicht bekannt. Nach dem Tod ihres Mannes 1932 ist sie als Inhaberin der Speditionsfirma im Adressbuch angegeben. Die Firma wird unter dem Namen Hausmann & Co weitergeführt. Wann die Firma verkauft bzw. aufgelöst wurde, lässt sich nicht genau ermitteln. Später ist nur noch die Firma Vereinigte Spediteure GmbH verzeichnet, in der Hermann Hausmann ehemals Teilhaber war.
Jenny Hausmann war Mitglied im Jüdischen Kulturbund. Im Juli 1933 zieht ihre verwitwete Schwester Emma Goldstein zu ihr. Beide wohnen dann ab November 1935 in der Kapuzinerstraße 21. Im Oktober 1941 müssen die beiden Schwestern in die Hofmeierstraße 9 umziehen.
Jenny Hausmann und Emma Goldstein wurden am 25.4.1942 nach Krasniczyn deportiert und vermutlich bald darauf im Raum Lublin ermordet. Genaue Angaben zum Ort und Zeitpunkt ihres Todes gibt es nicht.
Die Gedenkseite in Yad Vashem wurde von einer Cousine Rosa Rindskopf angelegt. Die ältere Schwester der beiden Frauen, Sabine Löwinsohn wurde nach Theresienstadt verschleppt und 1944 in Auschwitz ermordet. Über den Lebensweg der beiden Brüder konnte fast nichts in Erfahrung gebracht werden. Joachim ist möglicherweise 1939 die Emigration in die USA gelungen. Von Sigmund weiß man nur, dass er im Jahr 1904 zusammen mit Jennys Ehemann an der Adresse Heinestraße 9 gemeldet war mit der Berufsangabe Comis. Möglicherweise hatte Jenny ihren Mann durch ihn kennengelernt.
Biographie erstellt September 2010, überarbeitet Mai 2016.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900 – 1945 , Schöningh Verlag 1989, Würzburg, T. 1, S. 200, S. 241;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/876965 (5.5.2016);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1896 – 1941 und Grundlisten Heinestraße 9, Wallgasse 4, Kapuzinerstraße 21;
Stadtarchiv München, Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 http://www.muenchen.de/rathaus/gedenkbuch/gedenkbuch.html (16.5.2016);
List of Nuremberg’s Victims of Shoah (cont.) http://www.jewishgen.org/yizkor/Nuremberg/nur008.html (16.5.2016).
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten
   
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