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Wilhelm (Wolf) Fromm

   
geboren am 03.01.1880 in Großlangheim/Ufr.
Straße  Theresienstraße 4
Stadtteil Altstadt
Todesdatumunbekannt
TodesortWürzburg
   
im Pogrom vom 10.11.1938 verhaftet, nach Buchenwald deportiert, starb er kurz nach seiner Rückkehr aus dem KZ unter ungeklärten Umständen
   
Wilhelm (Wolf) Fromm wurde in Großlangheim als Sohn des Weinreisenden Manasse Fromm (um 1840-1902) und seiner Frau Helene geb. Kupfermann (1845-1916) aus Kairlindach/Lkr.Erlangen-Höchstadt geboren. Vor ihm kam sein ältester Bruder Hermann (1878-1942) und nach ihm die Schwester Ernestine, verh. Jacob (1881-1942?) und der Bruder Hona (später geändert in Heinrich) (1884-1958) zur Welt.
Die Volksschule besuchte er in Großlangheim und anschließend das Progymnasium in Kitzingen. Nach einer kaufmännischen Ausbildung in Würzburg ab 1895 bei der Firma von Samuel Sachs war er als Angestellter in Würzburg, ab 1899 in Ichenhausen und Kitzingen tätig, bevor er sich im Mai 1908 in Würzburg niederließ und mit seinem Bruder Heinrich die Weingroßhandelsfirma Gebrüder Fromm gründete. Sie befand sich am Wohnsitz in der Goethestraße 13, dann über lange Jahre in der Wallgasse 4 und in den letzten Jahren am Haugerring 12.

Er heiratete im Juni 1910 Rosa Sachs (Jg.1881), die er bei seiner Arbeit für die Firma ihres Vaters kennengelernt hatte und im Jahr 1911 kam ihre Tochter Hilde (1911-2000) zur Welt. Bis zu ihrem Tod 1916 lebte auch Wilhelms Mutter bei ihnen. Nach Dienst in einem Reservelazarett und Kriegsteilnahme als Korporal im Landsturm, erwarb er 1918 das Bürgerrecht. Wilhelm Fromm war Mitglied der Chewra Kadischa, einer Israelitischen Bruderschaft.

Die Tochter Hilde besuchte die Höhere Töchterschule, absolvierte eine Ausbildung als Sekretärin und Kurse an der ILBA in Würzburg. Dort lernte sie den Religionslehrer und Dozenten Selig Sigmund Auerbach kennen, den sie 1934 heiratete. Sie verzog mit ihm nach Recklinghausen, wo ihr Mann seine erste Stelle als Rabbiner antrat.

Bereits im November 1935 zog das Ehepaar Fromm in die Theresienstraße 4 um. 1938 wurden Wilhelm und Heinrich Fromm gezwungen, ihr Geschäft aufgeben.Während des Novemberpogroms 1938 erfolgten Festnahme und Haft Wilhelms im KZ Buchenwald. Bald nach seiner Rückkehr starb er unter ungeklärten Umständen in seinem Weinkeller. Oder sein Tod eine Folge der Haftbedingungen war oder ein Freitod war, blieb im Dunkeln. Seine Witwe Rosa musste die Wohnung aufgeben und lebte zunächst in der Reuterstraße 5 bevor sie in das „Judenhaus“ Konradstraße 3 umziehen musste. Von dort wurde sie am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert, wo sie vermutlich bald darauf aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen oder bei den Massenerschießungen umkam.
Wilhelms Bruder Hermann wurde im Raum Lublin ermordet, seine Schwester Ernestine in Auschwitz. Heinrich Fromm konnte im Jahr 1940 emigrieren, ebenso die Tochter Hilde, die sich mit ihrem Mann über die Niederlande und England in die USA retten konnte.

Biographie erstellt September 2010, überarbeitet Januar 2017
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 184 f., 62 f.;
Stadtarchiv Würzburg, Einwohnermeldebogen Wilhelm und Heinrich Fromm, Adressbücher 1908-1941, Grundlisten Wallgasse 4, Theresienstraße 4;
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen Wilhelm Fromm und seine Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/ (12.12.2017);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Suche nach Familienmitgliedern von Wilhelm Fromm bei Genealogy- Geni, https://www.geni.com/people/Wilhelm-Willi-Fromm/6000000001800432906.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten
   
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