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Hermann Reiter

   
geboren am 08.01.1927 in Würzburg
Straße  Franziskanergasse 12
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
Todesortbei Riga
   
am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und bald darauf dort oder in der Nähe ermordet
   
Hermann Reiter war der älteste Sohn von Leopold Reiter (1888-1941/42) aus Hainsfurth/Schwaben und dessen erster Ehefrau Thekla geb. Schnell (1899-1938) aus Weimarschmieden. Sein jüngerer Bruder Heinrich kam 1931 auf die Welt. Hermann besuchte 8 Jahre bis April 1941 die jüdische Volks- und Berufsschule in Würzburg. Sein Entlassungszeugnis weist in fast allen Fächern die Note „sehr gut“ auf. Nach dem Schulabschluss begann er eine Gärtnerlehre im jüdischen Landwerk Neuendorf bzw. war dort im Arbeitseinsatz.
Schon früh wurde Hermann mit schweren Schicksalsschlägen konfrontiert: Seine Mutter starb 1938 und im selben Jahr wurde sein Vater im Zuge der Pogromnacht verhaftet und in das KZ Dachau gebracht. In der Gestapoakte seines Vaters findet sich ein von Hermann handgeschriebener Brief, in dem er um die Freilassung seines Vaters bittet. Er erwähnt die Kriegsteilnahme seines Vaters, die verliehenen Auszeichnungen dafür, den Tod seiner Mutter und die bevorstehende Auswanderung nach Palästina. Sein Vater wird am 20.12.1938 aus der Haft entlassen und heiratet bald darauf Gitta Vorchheimer, die sich um Kinder und Haushalt kümmert. Zur Ausreise kommt es nicht.
Hermann Reiter war 14 Jahr alt, als er am 27.11.1941 zusammen mit seiner Familie nach Riga deportiert und vermutlich kurze Zeit später ermordet wurde. Eltern, Bruder und Geschwister der Mutter erlitten das gleiche Schicksal.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 457-458, 644-646;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter nationalsozialistischer Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1008311 (16.11.2015);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapo-Akte 10308/09, 10313.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten
   
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