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Emil Frankenfelder

   
geboren am 14.04.1874 in Heidingsfeld bei Würzburg
Straße  Pleichertorstraße 30
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatumunbekannt
Todesortunbekannt, vermutlich Auschwitz
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert, am 18.05.1944 nach Auschwitz und dort ermordet
   
Emil Frankenfelder entstammte einer alteingesessen jüdischen Familie in Heidingsfeld. Seine Eltern Jeremias (1846-1914) und Therese geb. Bein (1850-1926) hatten außer ihm noch sieben weitere Kinder: Die älteste Tochter Rosa Freudenberger (Jg.1872), Ricka Strauss (Jg.1876), Sofie Mayer (1877-1941), Selma Frank (Jg.1880), und die jüngeren Brüder Raphael (Jg.1884), Adolf (1886-1940) und Alfred (Jg.1888).
Wie schon sein Vater, sein Großvater Raphael Frankenfelder und später sein Bruder Raphael erlernte er das Metzgerhandwerk und war über mehrere Jahrzehnte in dem Gewerbe tätig.
Bis zu seiner Eheschließung mit Sofie geb. Landauer (Jg.1879) und der Existenzgründung als selbstständiger Metzgermeister und Großschlächter im Jahr 1904 arbeitete er wohl im elterlichen Betrieb, der sich an verschiedenen Adressen in der Augustinerstraße befand. Danach war er in seinem eigenen Betrieb in der Gerberstraße 14 tätig, seit 1908 auch als Fleischgroßhändler.
Trotz seines vorgerückten Alters nahm er, wie seine jüngeren Brüder Adolf, Alfred und Raphael am Ersten Weltkrieg teil.
Wahrscheinlich bis Ende der 1930er Jahre führte er sein Geschäft, das in seinem Wohnhaus in der Pleichertorstraße 30 untergebracht war weiter. Offenbar unterstütze ihn dabei auch seine Frau Sofie. Im Jahr 1937 hatte er das Haus erworben. Daneben gehörten ihm sowie seinen Geschwistern einzelne Ländereien aus dem Familienerbe.
Bei dem kinderlose Ehepaar wohnte seit 1929 Sofies verwitwete Schwester Fanny Adler. Zuletzt nahmen Emil und seine Frau noch Emils Geschwister Sofie und Raphael auf, bevor sie alle nach der Entrechtung und Enteignung im März 1941 zwangsweise im jüdischen Heim Konradstraße 3 untergebracht wurden.
Emil Frankenfelder wurde zusammen mit seiner Frau Sofie und den beiden Schwägerinnen am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Das Ehepaar wurde von dort am 18. Mai 1944 nach Auschwitz gebracht und dort ermordet. Die Schwestern Fanny Adler (Jg. 1873) und Frieda Adler (Jg.1875) starben infolge der unmenschlichen Lebensbedingungen Ende 1942 bzw. im Oktober 1943 noch in Theresienstadt.
Auch seine Geschwister Rosa, Selma mit Ehemann und Raphael mit Frau wurden Opfer der Shoa. Sein Bruder Alfred hat überlebt. Über das Schicksal seiner Schwester Ricka ist nichts bekannt.
Biographie erstellt Juni 2011, ergänzt Oktober 2017
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 18879, Bl.66;
Vermögenskontrollakte 3363;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 165;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de867861 (19.05.2016); Stadtarchiv Würzburg, Grundliste Pleichertorstrasse 30;
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/10780-emil-frankenfelder/ (19.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Bezirksstelle Bayern. Nürnberg – Würzburg nach Theresienstadt, Abfahrtsdatum 23.09. – 24.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-7.jpg (07.06.2016);
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Emil Frankenfelder und seinen Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de (29.10.2017);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Benno Nietzel, Handeln und Überleben: Jüdische Unternehmer aus Frankfurt am Main 1924–1964, S. 321; https://books.google.de/books?id=ffDb0gWj8SoC&pg=PA320&lpg=PA320&dq=Alfred+Frankenfelder (15.10.2017).
Autorin / Autor Reiner Strätz, Ingrid Sontag
Paten
   
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