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Hedwig Klein, geb. Hirsch

   
geboren am 03.01.1901 in Bad Mergentheim
Straße  Konradstraße 7
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
Todesortin/bei Riga-Jungfernhof
   
deportiert am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof, vermutlich dort oder in der Nähe im Winter 1941/42 ermordet
   
Hedwig Klein, geb. Hirsch, wurde am 03. Januar 1901 in Bad Mergentheim geboren. Ihr Vater Hermann Hirsch war Kaufmann und handelte mit Herren- und Damenkonfektion sowie mit Manufakturwaren. Ihre Mutter Minna Hirsch, geb. Rosenberg, war Hausfrau. Hedwig besuchte die Volksschule und ab 1909 die Realschule.
Am 26.März 1930 heiratete sie den gebürtigen Veitshöchheimer Heinrich Klein, der zu dieser Zeit Leiter der Einkaufsabteilung bei der Firma Wollstoff AG in Köln war. Am 13. September 1931 kam die gemeinsame Tochter Beate in Köln zur Welt. Hedwig Klein war offenbar nicht berufstätig und kümmerte sich hauptsächlich um ihre Tochter und um den Haushalt.
1937 wurde ihr Ehemann Heinrich Klein, Leiter und Verwalter im Israelitischen Kranken- und Pfründnerhaus in Würzburg (Dürerstraße 20 und Konradstraße 7). Die Familie verließ Köln und bezog eine für die damalige Zeit recht modern ausgestattete Dienstwohnung in Würzburg. Im November 1937 wurde Heinrich Klein wegen der "Beschäftigung von sechs arischen Hausangestellten unter 45 Jahren" von der Gestapo verhört. Als sich die Situation immer weiter verschärfte, begannen die Kleins mit den Vorbereitungen für ihre Auswanderung. Die Familie beantragte polizeiliche Führungszeugnisse in Köln und Würzburg sowie Reisepässe und stellte einen ersten Auswanderungsantrag nach Chile. Im März 1941 beantragten sie auch Visa für die USA, da ein Cousin (Robert Lee Strauss) in Illinois lebte. Am 14. Dezember 1939 erhielten sie die Genehmigung für ihre Auswanderung. Aus welchen Gründen die Kleins dennoch in Würzburg blieben, ist unklar.
Am 23. November 1941 musste Hedwig Klein mit ihrer Familie auf der Gestapodienststelle zur "Belehrung" erscheinen, wo sie über die Einzelheiten des Abtransports informiert wurden. Am 27. November 1941 wurde Hedwig Klein mit ihrer Familie und vielen weiteren Personen nach Riga-Jungfernhof deportiert. Sie wurde dort vermutlich wenig später ermordet.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 3995;
Archiv Bad Mergentheim, Korrespondenz vom 17.01.2011;
Stadtarchiv Würzburg, Meldebogen;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 309;
Roland Flade, "Am beliebtesten waren die katholischen Schwestern: Einsatz der Ritaschwestern für die Würzburger Juden" (1912-1942 und 1945-1960), Manuskript;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/899024 (02.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblätter, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=klein&s_firstName=hedwig&s_place=wuerzburg&itemId=973550&ind=1&winId=8306802687754800313 (02.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg3.jpg (02.06.2016).
Autorin / Autor Martina Buller
Paten
   
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