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Margareta Schmitt

   
geboren am 02.09.1858 in Mainstockheim
Straße  Rosengasse  9
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum04.10.1940
Todesdatum04.10.1940
TodesortHartheim
   
Margareta Schmitt, Näherin, protestantisch
Eltern: Heinrich Schmitt und Susanne, geb. Bräutigam (beide gestorben)
07.06.1924 Heil- u. Pflegeanstalt Werneck, Nr. 5207, (vorher Psych. Klinik, Würzburg)
Zahler: Landesfürsorgeverband Ufr., Würzburg
04.10.1940 Tötungsanstalt Hartheim/Linz
   
Margareta Schmitt wird am 02. September 1858 als Tochter der Eheleute Heinrich Schmitt und Susanne, geb. Bräutigam in Mainstockheim geboren. Wann ihre Eltern verstorben sind und wann sie allein oder mit ihren Eltern nach Würzburg übersiedelt ist nicht bekannt. Sie absolviert eine Ausbildung als Näherin und im Adressbuch 1924 der Stadt Würzburg findet sich unter der Hubrik "Näherinnen, Damenschneiderinnen und Kleidermacherinnen" der Eintrag Schmitt Margareta, akademische Schneiderin, Rosengasse 9.
Auf Beschluss des Stadtrats Würzburg vom 30. Mai 1924, Nr 12519 wird sie am 07. Juni 1924 mit der Diagnose: manisch-depressives Irresein (Chronische Manie), so die damalige Formulierung, in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck von einem Kriminal-Assistenten gebracht. Sie selbst erzählt bei der Aufnahme, dass "ihr Hausherr, der Kommunist sei, mehrmals bei ihr eingebrochen habe und da sie ihn erwischt und angezeigt habe, sie als gemeingefährliche Kranke erklärt habe."
In den Wernecker Aufnahmepapieren, sie ist 66 Jahre alt, wird sie als selbstbewußte, zeitlich und örtlich gut orientierte Person beschrieben: "Heiter und vergnügt, sehr redselig; Ausdrucksweise gewandt. Lässt gerne hören von ihren Leistungen und Beziehungen zu vornehmen Häusern." Und weiter: "Ist stets in leicht gehobener Stimmung, unterhält die ganze Abteilung, arbeitet aber dabei fleißig, näht und bessert Wäsche aus. Die Arbeit geht ihr flott von der Hand."
Im Laufe der nächsten Jahre ist sie mehr und mehr wechselnden Stimmungen ausgesetzt, bald heiter, bald gereizt und mürrisch. Mit zunehmendem Alter neigt sie zu Gewalttätigkeiten und gemeinen Schimpfausbrüchen.
1940, inzwischen über 80 Jahre alt, wird ihr Allgemeinzustand als zufriedenstellend, ohne Änderung beschrieben.
Am 04. Oktober 1940 wird Margareta Schmitt wegen Räumung der Anstalt in die Tötungsanstalt Hartheim/Linz transportiert und dort vermutlich noch am selben Tag ermordet.
   
Quelle BA Berlin R 179 Archivnr. 7786;
Heil-u.Pflegeanstalt Werneck Nr.5207;
Stadtarchiv:Adressbücher
Staatsarchiv Wiesbaden
Autorin / Autor Regine Samtleben
Paten
   
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