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Paul Binder

   
geboren am 10.06.1886 in Würzburg
Straße  Kettengasse  6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum10.12.1940
Todesdatum10.12.1940
TodesortGrafeneck
   
ledig,katholisch, Kaufmann
11.11.1911 Heil- und Pflegeanstalt Werneck
05.10.1940 Heil- und Pflegeanstalt Lohr
13.11.1940 Heilanstalt Weinsberg/Baden-Württemberg
10.12.1940 Tötungsanstalt Grafeneck
   
Paul Binder wird am 10. Juni 1886 in Würzburg als drittes Kind der Kaufmannseheleute Johann Georg und Maria Binder geboren. Er hat noch fünf Geschwister. Nach der Schule erlernt er den Beruf des Kaufmanns, aber schon am 11. November 1911 wird er in der Heil- und Pflegeanstalt Werneck aufgenommen.
In den noch vorhandenen Unterlagen finden sich Briefe, die zeigen, dass sich die Familie sehr um ihn kümmert. Seine Mutter stirbt am 01. Juni 1937, sein Vater 1939. Da die Unterhaltskosten aus dem Vermögen für den Aufenthalt in Werneck 1939 nicht mehr ausreichen, beantragt sein Vormund Berthold Schwab die Aufnahme in eine billigere Anstalt. Damit ist auch die Schwester von Paul, Fr. Haselmayer einverstanden.
Im Zuge der Räumung der Heil- und Pflegeanstalt Werneck kommt Paul Binder mit vielen anderen Patienten in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr.
Von hier aus wird er mit 100 weiteren in die Zwischenanstalt Weinsberg/Baden-Württemberg gebracht. Die Direktion von Weinsberg fragt noch einmal beim Innenminister in Stuttgart mit Verweis auf dieses Gesuch der Verlegung in die billigere Anstalt in Reichenbach/Opf. nach. Das kann aber nicht verhindern, dass er am 10. Dezember 1940 als "ungeheilt entlassen" in die Tötungsanstalt Grafeneck transportiert und dort vermutlich noch am selben Tag ermordet wird.
   
Quelle Archiv des Bezirkskrankenhauses Lohr
Staatsarchiv Ludwigsburg F 235 III, Bü 68
Stadtarchiv Würzburg: Adressbücher
Katholisches Matrikelamt Würzburg
Autorin / Autor Inge Kaesemann
Paten
   
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