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Rudolf Peter Klier

   
geboren am 10.09.1921 in Würzburg
Straße  Arndtstraße 42
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum05.08.1941
Todesdatum05.08.1940
TodesortHartheim
   
ledig, katholisch, ohne Beruf
09.04.1932 - 17.04.1932 Psychiatrische Klinik Würzburg
19.05.1932 Josefshaus Gemünden
04.05.1934 - 07.06.1934 Psychiatrische Klinik Würzburg
07.06.1934 - 16.04.1937 Wohltätigkeits- und Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder Reichenbach/Oberpfalz
16.04.1937 - 21.09.1940 Pflege-Anstalt Attl/Oberbayern
21.09.1940 - 15.05.1941 Wohltätigkeits- und Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder Reichenbach/Oberpfalz
15.05.1941 - 05.08.1941 Pflegeanstalt Karthaus Prüll Regensburg
05.08.1941 Tötungsanstalt Hartheim/Linz
   
Rudolf wird am 10.09.1921 als Sohn des Wäschereibesitzers Johann Klier und seiner 2. Ehefrau Ludwina, verwitwete Pregusch, geborene Fleischer, in Würzburg geboren. Der Familie fallen nach etwas über einem Jahr die ersten Krampfanfälle auf. In der Schule kommt er zunächst gut mit. Da sich die Anfälle aber weiterhin häufen, und Gedächtnis und Konzentration darunter leiden, muss er die 4. Klasse wiederholen.
Mit 10 Jahren bringt ihn die Mutter das erste Mal zur Untersuchung in die Psychiatrische Universitätsklinik. Inzwischen hat er bis zu 6 Anfälle pro Tag und fühlt sich danach immer sehr müde. Er ist ein ängstliches Kind geworden, das sich besonders vor Tieren fürchtet und nicht allein schlafen will. Der Intellegenztest zeigt, dass seine Fähigkeiten einem 6-8 jährigem Kind entsprechen.
Nach seiner Entlassung geben ihn die Eltern am 19.05.1932 ins Josefshaus in Gemünden, müssen ihn aber aus finanziellen Gründen wieder aus dem Heim nehmen und ihn im Vincentinum in Würzburg unterbringen. Dort kann er wegen seiner zahlreichen Anfälle nicht bleiben und lebt von nun an zu Hause. Hier schaut er vom Fenster aus den anderen Kindern zu, spielt viel allein und wird als eigensinnig und jähzornig beschrieben.
Die Eltern wissen sich nicht mehr zu helfen und bringen ihn noch einmal in die Klinik. Dort wird er vom 04.05. bis zum 07.06.1934 untersucht und getestet, wobei eine zunehmende Demenz festgestellt wird. Trotz eines neuen Behandlungsversuchs häufen sich die Anfälle weiter.
Schließlich verlegt man ihn am 07.06.1934 mit nur 13 Jahren in die Heil- und Pflegeanstalt Reichenbach/Oberpfalz mit der Bemerkung, dass der Kranke "immerhin noch in gewissem Grade bildungsfähig und erziehungsfähig" sei.
Aus nicht bekannten Gründen kommt er von hier aus in die Pflege-Anstalt Attl/Oberbayern, die auch von den Barmherzigen Brüdern geführt wird. Als im Herbst 1940 die Anstalt, wie viele andere in dieser Zeit, für Umsiedler aus Bessarabien beschlagnahmt wird, kommt Rudolf mit weiteren Kranken am 21.09. wieder nach Reichenbach zurück.
Am 15.05.1941 bringt man ihn in die Anstalt Karthaus-Prüll in Regensburg, von wo aus er am 05.08.1941 "in eine andere Reichsanstalt verlegt" wird. Vermutlich wird er noch am Tag seiner Ankunft in der Tötungsanstalt Hartheim ermordet.
   
Quelle BA Berlin R 179 Nr.21927
Universitätsarchiv Würzburg 159/1932
Bewohnerbuch Reichenbach
Archiv der Stiftung Attl: Krankengrundbuch
Standbuch Karthaus-Prüll Regensburg
Stadtarchiv Würzburg Einwohnermeldebögen 1850-1920, Grundlisten, Adressbücher
Autorin / Autor Inge Kaesemann
Paten
   
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