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Lina (Karoline) Leib, geb. Ottensoser

   
geboren am 05.02.1882 in Burgpreppach (Ufr.)
Straße  Ludwigstraße 23a
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
TodesortRiga-Jungfernhof oder in der Nähe
   
deportiert am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof und im Winter 1941/42 dort oder in der Nähe ermordet
   
Lina wurde in Burgpreppach (Unterfranken) als älteste Tochter des Lehrers Naphtali Ottensoser (1852-1916) und seiner Frau Sara, geb. Maas (1853-1930), geboren. Auch ihr Großvater Samuel Maas hatte bereits als Lehrer dort gearbeitet. Der andere Großvater war, wie auch weitere Angehörige, ebenfalls Lehrer.
Lina wuchs mit acht Geschwistern auf, die zwischen 1883 und 1893 alle in Burgpreppach zur Welt kamen. Kurz nach der Pensionierung des Vaters 1912 zogen die Eltern nach Würzburg, wo sich auch drei der Geschwister niederließen; ein Bruder unterrichtete an der Präparandenschule in Höchberg. Zwei weitere Geschwister emigrierten schon vor 1933 nach Cincinnati in den USA.
Von 1899 – 1901 arbeitete Lina als Nähmädchen in Würzburg – sie absolvierte wohl eine Ausbildung im Schneiderhandwerk. Mindestens von 1908 bis zu ihrer Hochzeit und dann wieder ab 1934 war sie als Damenschneiderin tätig.
Erst 1920, mit 38 Jahren, heiratete Lina Ottensoser den Kaufmann Heinrich Leib (geb. 1880) in Krefeld. Ihre Tochter Anneliese wurde dort 1922 geboren. Die Familie zog um 1934 von Krefeld nach Würzburg, wo Lina Leib ihre Berufstätigkeit wieder aufnahm. Später arbeitete sie auch als Hausschneiderin und gab Privatkurse für Berufsschülerinnen, wohl zur Vorbereitung einer Emigration.
Als ihr Mann im Mai 1939 über Kuba nach Cincinnati auswandern wollte, blieb Lina in Würzburg. Die Emigration schlug fehl, ihr Mann kehrte zurück und musste wenig später Zwangsarbeit leisten. Die Tochter Anneliese war seit etwa 1940 in Berlin und vermutlich mit Leo Maschke verheiratet. Beide wurden im Januar 1943 deportiert.
Am 27. November 1941 wurde Lina Leib mit ihrem Ehemann Heinrich über Nürnberg nach Riga-Jungfernhof deportiert. Dort starb sie im Winter 1941/42 an Hunger, Krankheiten oder aufgrund der Kälte oder wurde im Zuge der Massenerschießungen in den Wäldern der Region ermordet. Auch ihr Mann und ihre Tochter überlebten die Deportationen nicht.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 5858;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 339;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/909737 (02.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=leib&s_firstName=lina&s_place=&itemId=9693622&ind=1&winId=-421745801825558586 (02.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg3.jpg (02.06.2016).
Autorin / Autor Silke Krämer
Paten
   
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