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Katharina Lengler

   
geboren am 28.01.1924 in Würzburg
Straße  Glockengasse 15
Stadtteil Altstadt
Todesdatum03.05.1944
TodesortKaufbeuren-Irsee, Kinderfachabteilung
   
Katharina Lengler, geb. 28.01.1924, kath.
15.07.1927 Anstalt St. Josefskongregation Ursberg
Kostenträger: Landesfürsorgeverband Mainfranken
31.08.1941 Heil- und Pflegeanstalt des Bezirksverbandes Schwaben in Kaufbeuren-Irsee, Kinderfachabteilung, am 03.05.1944 dort verstorben
   
Katharina Lengler wird am 28.01.1924 als Tochter der Eheleute Josef Lengler, geb. 21.07.1899, Erdarbeiter und Juliana Lengler, geb. Schwarz geboren. Die Ehe wird geschieden und der Vater, Josef Lengler, lebt in der Wagnerstr. 10 in Würzburg. Sein Beruf wird zumindest 1943 als Schreiner angegeben. Nach dem Eintrag im Geburtsregister des Standesamts Würzburg (Nr.151) hat die Familie zur Zeit der Geburt von Katharina in der Glockengasse 15 in Würzburg gelebt.
Im Alter von 3 1/4 Jahren wird Katharina in der St. Josefskongregation Ursberg aufgenommen. Aus dem Fragebogen bei der Aufnahme in Ursberg erfahren wir, dass Katharina seit ihren ersten Lebenswochen erblindet ist. Über ihren physischen Zustand wird vermerkt, dass sie "körperlich im wesentlichen altersgemäß entwickelt" ist. Und weiter: "Geistig infolge des durch die Erblindung erschwerten Erwerbs von Erfahrungen zweifellos etwas zurückgeblieben, aber sicherlich keine irgendwelche schwereren Defekte" und "Gutmütig und durchaus gut erziehbar. Pflege macht außer der Erblindung keine weiteren Schwierigkeiten".
Am 31.08.1941 wird Katharina, jetzt 17 Jahre alt, von Ursberg in die Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee verlegt. Ihr körperlicher und geistiger Zustand scheint sich in den Jahren in Ursberg dramatisch verschlechtert zu haben. Es zeigt sich eine massive Sprachstörung, sie wird zunehmend unruhig, schreit viel und hat im Sept. 1942 ihren ersten, bis zum Jahresende dann vier epileptische Anfälle. Im Juli 1942 findet sich aber auch der Eintrag: "Muss ganz besorgt werden; trotz ihrer Unbeholfenheit und Blindheit einigermaßen reinlich; muss mit Breikost ernährt werden, da sie alles, ohne zu kauen, hinunterschlingt."
Am 2. Mai 1944 erreicht den Vater, Josef Lengler, ein Telegramm: "Katharina sehr schwer erkrankt, mit Ableben zu rechnen. Anstalt Irsee, Allgäu." Einen Tag später stirbt Katharina, gerade 20 Jahre alt. Nach dem Totenschein, der von Dr. Faltlhauser unterzeichnet ist, ist als Todesursache doppelseitige Bronchopneumonie angegeben. Ihr Gehirn wird im ganzen herausgenommen und später zur Untersuchung eingeschickt (Eintrag in der Krankengeschichte am 3. Mai 1944). Katharina wird am 6. Mai 1944 in Kaufbeuren-Irsee in einem Armensarg beerdigt.
   
Quelle Geburtsurkunde, Nr. 151 Standesamt Würzburg
St.Josefskongregation Ursberg Schwaben (Bayern)
Heil-und Pflegeanstalt des Bezirksverb. Schwaben in Kaufbeuren Nr.12227
Autorin / Autor Regine Samtleben
Paten
   
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