zurück

Karl Neubauer

   
geboren am 08.07.1929 in Würzburg
Straße  Bronnbachergasse 6 III
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum12.03.1942
Todesdatum12.05.1942
TodesortHeil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren
   
Eltern: Karl und Margarete Neubauer geb. Knorr
18.03.1933-November 1940 St Josefs-Haus in Gemünden am Main
08.November 1940- Heil- und Pflegeanstalt Lohr am Main
15.Oktober 1941 Kinderfachabteilung Eglfing-Haar
12.03.1942 Kinderfachabteilung Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee
12.05.1942 Ermordung in der Kinderfachabteilung Kaufbeuren
   
Karl wird am 08. Juli 1929 als zweiter Sohn der Eheleute Karl und Margarete Neubauer geb. Knorr in Würzburg geboren.
Sein 4 Jahre älterer Bruder heißt Georg.
Als Karl ein Jahr alt ist, wird bei ihm laut Krankenbericht eine leichte geistige Schwäche festgestellt.
Wahrscheinlich aufgrund dieser Diagnose geben ihn seine Eltern in ein Säuglingsheim in Würzburg. In welches, kann nicht mehr belegt werden.
Am 18. März 1933 kommt Karl in das St. Josefshaus, einer Behindertenanstalt in Gemünden. In dieser Zeit hat er immer wieder epileptische Anfälle und spastische Lähmungen einer Körperhälte.
Er lebt im St. Josefshaus bis zur Zwangsschließung der Anstalt durch das NS-Regime im November 1940. Karl gerät nun in die „Euthanasie-Maschinerie“ des NS-Unrechtsstaates.
Er wird in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr eingeliefert. Dort lebt er fast ein Jahr, bis er im Oktober 1941 in die neu errichtete "Kinderfachabteilung" der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar kommt. Im März 1942 wird er in die "Kinderfachabteilung" der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren gebracht. Diese Abteilung bestand seit Dezember 1941.
In den sogenannten "Kinderfachabteilungen" wurden geistig- und körperlich behinderte Kinder umgebracht. Diese Morde erfolgten durch Injektionen mit überdosierten Medikamenten wie Luminal oder Morphin.
Auch Karl ist ein Opfer dieser menschenverachtenden NS-Ideologie und wird am 12. Mai 1942 ermordet. Als Todesursache gibt man eine kruppöse Pneumonie an.
Einen Tag später wird Karl seziert und unter anderem sein Gehirn entnommen. Am 15.Mai wird Karl in einem Armensarg in Kaufbeuren beerdigt.
Karls Großvater Josef Knorr gerät ebenfalls in die Mühlen des Regimes. Er stirbt mit 74 Jahren am 26. April 1943 in der Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen.
   
Quelle Historisches Archiv Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren
Stadtarchiv Würzburg Einwohnermeldebögen 1850-1920
Archiv des Bezirks Oberbayern
Autorin / Autor Gabriele Ulm
Paten
   
zurück