zurück

Juliane Weberbauer, geb. Hitzfelder

   
geboren am 19.02.1895 in Bad Mergentheim-Stuppach
Straße  Kroatengasse  13
Stadtteil Altstadt
Todesdatum23.11.1940
TodesortPirna-Sonnenstein
   
Dienstmädchen, verheiratet, katholisch
04.6.1927-20.06.1927 Psychiatrische Nervenklinik Würzburg
20.06.1927-04.10.1940 Heil- und Pflegeanstalt Werneck
05.10.1940-23.11.1940 Landesanstalt Arnsdorf
23.11.1940 Pirna-Sonnenstein
   
Julia Weberbauer wird am 19.02.1895 als Tochter von Maria Juliana Hitzfelder in Stuppach, einem Ortsteil von Bad Mergentheim, geboren. Über den Vater findet sich im Taufregister kein Eintrag. Über die familiären Verhältnisse ist fast nichts bekannt. Die Mutter von Julia Weberbauer hatte noch zwei weitere Kinder, Julia also zwei Geschwister. Am 19.04.1921 heiratet sie in Würzburg den Arbeiter Franz Weberbauer. Die Ehe bleibt kinderlos. Nach den Aussagen des Ehemannes, die sich in der Krankenakte finden, habe Julia Weberbauer als Reinemachefrau im Wohnungsamt Würzburg gearbeitet.
Erstes auffälliges Verhalten zeigt Julia Weberbauer im April 1927. Sie redet verwirrt, leidet unter Angstzuständen und fühlt sich verfolgt. Sie schließt sich in der Küche ein, hat Angst, dass sie von fremden Leuten geholt wird und schläft nur noch mit einem Messer am Bett. Ihr Ehemann berichtet, sie sei die letzten Jahre viel beim Arzt gewesen, habe aber ihre Medizin nicht genommen. Anfang Juni scheint sich der Gesundheitszustand von Julia Weberbauer so verschlechtert zu haben, dass ihr Ehemann eigenen Angaben in der Krankenakte zufolge zum Oberbürgermeister ging und die Verbringung seiner Frau in die Klinik veranlasste. Wegen "gemeingefährlicher Geisteskrankheit nach Art. 80 P.Str. G.B." , so das ärztliche Gutachten vom Bezirksarzt der Stadt Würzburg, wird Julia Weberbauer am 04.06.1927 in die Psychiatrie eingewiesen. Dort diagnostizieren die Ärzte Schizophrenie. Ihr Verhalten wird in der Krankenakte als ablehnend und aggressiv geschildert, sie wehrt sich gegen ihre Verbringung auf die Station, schlägt nach ihrem Ehemann und weigert sich zu essen. Teilweise muss sie zwangsernährt werden.
Am 20.06.1927 wird sie in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck verlegt. Dort bleibt sie 13 Jahre, bis zum 04.10.1940. Ihre Ehe mit Franz Weberbauer war am 18.07.1931 geschieden worden. Als die Heil- und Pflegeanstalt Werneck Anfang Oktober geräumt werden muss, wird Julia Weberbauer am 04.10.1940 in die Landesanstalt Arnsdorf verlegt. Dort bleibt sie bis zum 23.11.1940. Am 23.11.1940 wird Julia Weberbauer nach Pirna-Sonnenstein gebracht und im Alter von 45 Jahren im Rahmen der Aktion T4 ermordet.
   
Quelle Krankenakte Psychiatrische Nervenklinik Würzburg, Sig.? Taufregister v. 1895, Kath. Pfarramt Mariä Krönung, Bad Mergentheim-Stuppach Stadtarchiv Würzburg, Heiratsurkunde Nr. 305, Grundliste, Adressbuch Stadtarchiv Bad Mergentheim Karteikarte LA Arnsdorf, Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein
Autorin / Autor Petra Blasius
Paten
   
zurück