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Luise Arnold

   
geboren am 14.07.1895 in Karlstadt
Straße  Semmelstr. 6
Stadtteil
Todesdatum11.12.1940
TodesortGrafeneck
   
14. 7. 1895 geboren in Karlstadt, katholisch, ledig Beruf: Zigarrenhändlerin
Wohnort: Würzburg, Semmelstr. 6
Eltern: Josef und Mathilde Arnold
18.9.1935 - 4.10.1940 Heil- und Pflegeanstalt Werneck
4.10.1940 - 13.11.1940 Heilanstalt Weinsberg
11.12.1940 Tötungsanstalt Grafeneck
   
Luise Arnold wird am 14.7.1895 als Tochter des Wagners Josef und seiner Ehefrau Mathilde, geb. Weißenberger, in Karlstadt geboren. Über ihre Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Sie ist unverheiratet und übt den Beruf einer Zigarrenhändlerin in Würzburg aus. Im Alter von 40 Jahren scheint Luise Arnold zum ersten Mal auffällg zu werden. In einer Anzeige der NSDAP Ortsgruppe Stift Haug vom 17.8.1935 wird sie als eine streitsüchtige Frau bezeichnet, die trinkt, ihre Mitmenschen beschimpft und unwahre Beschuldigungen erhebt. Sie wird in Schutzhaft genommen und die Strafkammer des Landgerichtes Würzburg verurteilt sie wegen fortgesetzten groben Unfugs und staatsfeindlicher Äußerungen zu einer Haftstrafe von 6 Wochen. Luise Arnold erhebt Einspruch, doch es kommt zu keiner Berufungsverhandlung auf Grund ihrer späteren Vernehmungsunfähigkeit. Ein erstes Gutachten bescheinigt Luise Arnold einen erheblichen Erregungszustand, der aber nicht als krankhaft betrachtet wird. In einem weiteren Gutachten vom 17.9.1935 stellt der Amtsarzt krankhaftes Verhalten fest. Da sie seiner Überzeugung nach nicht nur eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit ist, sondern auch für "die Gesundheit ihrer Mitmenschen", empfiehlt er die Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt. Auf Grund dieses Gutachtens verfügt der Oberbürgermeister der Stadt Würzburg, dass Luise Arnold wegen "gemeingefährlicher Geisteskrankheit in einer Irrenanstalt zu verwahren ist." Die Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck erfolgt am 18.9.1935. Schon wenig später, am 24.9.1935, stellt ihr Bruder Gustav Arnold einen Antrag zur Einleitung einer Pflegeschaft für sie. Dieser Antrag wird am 15.10.1935 vom Amtsgericht Würzburg genehmigt und am 14.2.1936 wird Luise Arnold als nicht geschäftsfähig erklärt und ihr Bruder zu ihrem Pfleger ernannt. Mehrmals wendet sich dieser wegen einer Entlassung seiner Schwester aus der Anstalt Werneck an das Amtsgericht Würzburg. In dem Bescheid vom 4.12.1935 wird zwar eine Entlassung als möglich in Betracht gezogen, für die nächste Zeit aber ausgechlossen. Anfang 1936 scheint sich Luises Zustand gebessert zu haben und eine Entlassung erscheint möglich. Sie beauftragt einen Rechtsanwalt, der sich für ihre Entlassung einsetzt und in einem Schreiben vom 17.2.1936 Kontakt zur Anstalt Werneck aufnimmt. Der Antrag wird am 18.2.1936 erneut mit der Begründung abgelehnt, dass die Voraussetzungen, die zu der polizeilichen Einweisung führten, noch immer bestehen. Weitere Bemühungen ihres Bruders oder ihres Anwaltes um eine Entlassung sind nicht bekannt. 1937 verschlechtert sich Luises Gesundheitszustand. Sie bleibt bis zum 4.10.1940 in der Anstalt Werneck und wird dann, wegen deren Schließung, in die Anstalt Lohr gebracht. Von dort wird sie zunächst am 13.10.1940 in die Heilanstalt Weinsberg überführt und dann weiter in die Tötungsanstalt Grafeneck, wo sie am 11.12.1940 ermordet wird.
   
Quelle Stadtarchiv Würzburg
Adressbücher
Krankenakte Bezirkskrankenhaus Lohr
Autorin / Autor U. Bornefeld
Paten
   
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